| Via Rhenana Römerstrasse am Rhein | |||||
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| | Römerstrassen - Wege der Geschichte | |||||
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Die
römischen Straßen
Die
Ausführungen des Aelius Aristeides (112-187 n. Chr.) verdeutlichen die
eindrucksvolle Leistung des Imperium Romanum im Bereich Infrastruktur und
Handel. Das römische Straßennetz hat schätzungsweise 80.000-100.000 km
betragen. Eine vergleichbare Infrastruktur ist in Europa erst wieder in
der Neuzeit erreicht worden.
Die
Straßen ermöglichten es, ein Informationssystem aufrecht zu erhalten,
mit dem das Reich von Rom aus regiert werden konnte. Sie dienten dem Militär
zur Truppenverschiebung und dem Transportwesen innerhalb eines überregionalen
Handelsverkehrs. Private Reisende gab es nur wenige. Eine touristische
Nutzung im modernen Sinne fand nicht statt.
Der
Ausbau der Straßen ging überwiegend auf staatliche Initiative zurück.
Die Arbeiten wurden von Anliegern oder Soldaten unter Aufsicht eines vom
jeweiligen Herrscher beauftragten Beamten durchgeführt. Die Kosten
mussten von den einzelnen Gemeinden übernommen werden. Während der
Bauarbeiten wurden die neuangelegten Straßen fachgerecht vermessen.
Die
Römer unterschieden zwischen öffentlichen und privaten Wegen (Feldwegen,
Nebenstraßen). Erstere wurden viae
publicae genannt, Privatstraßen hießen viae
privata und Dorfstraßen viae vicinales. Die Beobachtung und Kontrolle
des Verkehrs auf den öffentlichen Straßen, aber auch für Meldungen über
Straßenschäden und Sicherungsmaßnahmen oblag den sog. Beneficarii.
Diese waren vom jeweiligen Statthalter einer Provinz abkommandierte
Soldaten, die in einem Straßenposten stationiert waren.
Zur
Unterbringung der Reisenden gab es an den Straßen spezielle Unterkünfte.
Sie boten Einstellmöglichkeiten für Reise-undTransportwagen, Ställe für
die Reit- und Zugtiere, aber auch Übernachtungsmöglichkeiten,
Tavernen und Bäder. Die Straßenstationen lagen im Abstand einer
Tagesreise von ca. 25 römischen Meilen (etwa 37 km). Vergleichbar einer
modernen Raststätte oder Motel hielten sie grundlegende Serviceleistungen
für den Reiseverkehr bereit.
Die
größte Zahl der Reisenden ging zu Fuß und trug das Gepäck selbst.
Andere ritten auf Pferden, Maultieren oder Eseln. Die Tiere wurden auch
als Saumtiere eingesetzt und trugen Lasten. Der Transport der Waren
erfolgte zumeist auf vierrädrigen Lasttransportwagen, welche in den
Nordprovinzen öfter von zwei Pferden, in Italien zumeist von Ochsen
gezogen wurden. Vor den zweirädrigen
Lastfuhrkarren mit Korbaufbau
wurde ein Zugtier gespannt. Dieser transportierte vor allem Säcken,
Kisten oder Früchte. Privat reiste man zumeist in zweirädrigen Kutschen,
die von einem oder zwei Pferden gezogen wurden. Die
Römerstraße von Seltz nach Germersheim
Nach
der verlorenen Schlacht im Teutoburger Wald 9 n. Chr. zogen sich die Römer
an den Rhein zurück. Entlang des Flusses entstanden kleinere Lager, sog.
Auxiliarkastelle, z. B. in Seltz, Speyer oder Rheingönnheim. Zur
Versorgung dieser Lager sowie den gleichzeitig beginnenden Aufbau einer
zivilen Infrastruktur war eine gut ausgebaute Straße mit Raststationen
notwendig. Eine solche Straßenstation wurde zwischen 10 und 20 n. Chr. in
Tabernae, dem heutigen Rheinzabern, errichtet. Die Straße bestand aus
einem 6-10 m breiten Damm aus Kies und gestampftem Lehm. Ein Straßenpflaster
besaß sie nicht.
Aus
dem 3. und 4. Jahrhundert sind zahlreiche sog. Leugensteine erhalten,
besonders im Bienwald bei Hagenbach, Wörth und Jockgrim. Dabei handelt es
sich um Inschriftensteine, die an der Straße standen und die Entfernung
zum Verwaltungssitz Noviomagus (Speyer) in „Leugen“ angaben. Die Leuge
war ein gallisches Längenmaß, sie betrug etwa 2200-2300 Meter. Die
linksrheinische Fernstraße ist auch in der „Tabula Peutingeriana“
verzeichnet, der hochmittelalterlichen Kopie einer römischen Straßenkarte
aus dem frühen 5. Jahrhundert. In ihr wird die Entfernung zwischen
Saletione (Seltz) und Tabernae (Rheinzabern) mit 11 Leugen und die
zwischen Tabernae und Noviomagus (Speyer) mit 12 Leugen angegeben,
insgesamt also 23 Leugen (ca. 51 Kilometer) von Seltz nach Speyer. Mitte
des 5. Jahrhunderts endete die römische Präsenz in Gallien. Dadurch gehörte
das Oberrheingebiet erst zum Reich der Alamannen und seit dem Sieg
Chlodwigs über diese im Jahre 496 zum Frankenreich. Die fränkische
Landnahme lässt sich heute noch an den Ortsnamen verfolgen. So entstanden
Orte auf –heim oder -ingen
im 5.-7. Jahrhundert. Die ersten urkundlichen Erwähnungen von Wanzheim
774 (Wüstung zwischen Rheinzabern und Neupotz) und Ruadleichesheim (Rülzheim)
sowie Leimersheim (9. Jahrhundert) bestätigen dies. Da diese Orte
teilweise nicht mehr direkt an der alten Römerstraße lagen, muss deren
Trasse zumindest in Teilen aufgegeben worden sein. In
mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Quellen tauchen immer wieder
Flur- und Ortsnamen auf, in denen die alte Römerstraße fortlebte. 1589
wurden im Rahmen von Beschreibungen der Germarkungsgrenze von Bellheim die
Spiegelburg überliefert. Die
„Spiegel-“ Namen leiten sich vom lateinischen „specula“ ab, mit
dem römische Wachtürme entlang der Straße bezeichnet wurden. Auch bei
der Beschreibung der Gemarkungsgrenze zwischen Rülzheim und Hördt 1508
und 1581 wurde auf die alte Römerstraße unter der Bezeichnung „Kümmel“
und „Kimmel“ Bezug genommen. Die Tatsache, dass die Straße dabei häufig
die Gemarkungsgrenze bildete, spricht eher dafür, dass sie ihre Rolle als
Hauptverkehrsweg an den häufig als „Buchstraße“ bezeichneten Weg
verloren hatte.
Seit dem 18. Jahrhundert ist die Römerstraße
auf Karten oder Handrissen verzeichnet. In der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts beginnt die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Römerstraße.
Archäologische Grabungsschnitte gibt es seit den 1960er Jahren.
Die Römerstraße im Landkreis Germersheim ist Teil des größten Verkehrsdenkmals in Deutschland, der linksrheinischen Fernstraße. Nirgends sonst in der Pfalz ist eine Römerstraße noch so gut und umfangreich in der Landschaft erhalten und erlebbar.
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